Gewerbliche Nutzung einer Mietwohnung

Darf ein Mieter seine angemietete Wohnung zu gewerblichen Zwecken nutzen? Es kommt darauf an, welche Tätigkeiten er darin ausüben will. In manchen Fällen braucht er sogar nicht einmal dem Vermieter darüber Bescheid zu geben. Wer ein Home-Office betreiben möchte oder als Autor tätig ist, kann ohne Wissen des Eigentümers seine Arbeit aufnehmen. Voraussetzung ist jedoch, dass es keinen Kundenbetrieb innerhalb der Wohnung gibt, denn die anderen Mieter könnten sich durchaus belästigt fühlen.

Die Mieterschutzvorschriften beziehen sich in der Regel nur auf einen persönlich genutzten Wohnraum. In einem normalen Mietvertrag gibt es keine Regelung, die ein gewerbliches Nutzen der Wohnung vorsieht. Natürlich darf in einer Wohnung kein Bordell, Friseur oder eine gesundheitliche Praxis eröffnet werden.

Der Vermieter kann in diesen Fällen eine Abmahnung aussprechen. Stellt der Mieter seine Geschäfte darauf hin nicht ein, kann der Vermieter eine außerordentliche Kündigung schreiben. Einige Mietverträge sehen eine Nutzung mit Erlaubnisvorbehalt vor, in diesem Fall muss der Mieter den Vermieter um Erlaubnis bitten, dieser entscheidet dann, ob er die Erlaubnis erteilt.

Arbeiten in der Mietwohnung

Telearbeit heißt das neue Wort in vielen Betrieben. Die Mitarbeiter arbeiten von zu Hause aus und das Unternehmen spart dadurch Geld ein. Wie ist das, wenn nur ein normaler Mietraumvertrag existiert. Prinzipiell dürfen Wohnräume einer Mietwohnung in einem Wohnblock gar nicht für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Der Vermieter muss hier in jedem Fall die Erlaubnis dazu geben.

Zulässig ist die Nutzung der Wohnung eigentlich nur als Arbeitszimmer. Wenn also am Abend oder am Wochenende Büroarbeiten erledigt werden oder zum Beispiel, eine Studienarbeit geschrieben wird. Auch als Maler oder Übersetzer darf man in einer Mietwohnung tätig sein.

Der Vermieter kann verbieten

Wer seine Wohnung zu beruflichen Zwecken nutzt, muss in jedem Fall darauf achten, dass sie nicht mehr abnutzt als zu Wohnzwecken. Sonst droht die Abmahnung durch den Vermieter. Auf Widerstand stößt man mit Sicherheit, wenn Musikunterricht in der Wohnung gegeben werden soll. Hier wird nicht nur der Vermieter Alarm schlagen, sondern auch die Mitbewohner des Hauses.

Der Vermieter wird ein absolutes Verbot aussprechen, wenn der Mieter Hilfskräfte beschäftigt oder laute Maschinen laufen, lässt. Das ist in gar keinem Fall den anderen Mietern zuzumuten.