Historische Gärten – dem Verfall geweiht

Das alles Leben vergänglich ist, alle Strukturen irgendwann einmal strukturlos ist – das ist der Lauf des Lebens. Doch sind wir als Menschen durch in der Lage, hier ein wenig Einhalt zu gebieten. Zumindest für einen von uns überschaubaren Zeitraum.

Die Anlagen, das Werk einer ungezählten Menge von Gartenbauern und Gartengestaltern ist weitgehend verloren gegangen. Die Gartenanlagen wurden nicht gepflegt und verwahrlosten, sie wurden anderen Zwecken zugeführt oder umgestaltet. Nur zum Beispiel sind die Gartenanlagen des großartigen Künstlers der Gartengestaltung Russell Pages schlecht oder gar nicht mehr existent. Wieder andere Anlagen stehen unter Denkmalschutz oder werden von Stiftungen recht oder schlecht in ihrem einstigen Zustand erhalten.

So gibt es die Karl Foerster Gedenkstätte durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Mien.-Ruys-Stiftung in Holland. In England ist der National Trust bemüht. Andere Gartenarchitekten wie beispielsweise Christopher Lloyd oder auch Great Dixter lehnen die Konservierung eines Gartens auf einen bestimmten Stand grundsätzlich ab. Aus philosophischer Sicht durchaus verständlich und sicherlich auch im Sinne von Künstlern wie Mien-Ruys oder Karl Foerster.

Auferstehung der Historie

Seit dem Anfang der 80ziger Jahre des vorigen Jahrhunderts sind Institutionen, Behörden und Privatleute zunehmend damit beschäftigt, kulturhistorisch wertvolle Gartenanlagen wieder herzustellen. Dieses Unterfangen erweist sich als mehr als schwierig.

Oft sind die Quellen denkbar schlecht, es liegen keine oder nur sehr beschränkte Pflanzlisten vor, sodass auf eine „generische, zeittypische“ Bepflanzung zurückgegriffen werden muss, die nur zu oft nicht dem Original entsprechen kann und so letztlich bedeutungslos bleibt. Oft werden auch nur kleine Teile einer Gartenanlage restauriert – der Gesamteindruck bleibt im Finsteren der Vergangenheit. Ein falscher Eindruck beim Betrachter kann entstehen.

Internationale Bestrebungen

Das Internationale Komitee für historische Gärten beschloss 1981 die „Charta der historischen Gärten“. So, wie einhellig und übereinstimmend postuliert wird, sei ein erfolgreicher und weiterer Schritt in Richtung der Etablierung einer durchaus „querschnittorientierten“ Gartendenkmalpflege getan. In der Charta wird proklamiert, dass historische Gärten zu den Elementen des kulturellen Erbes zählten.

Sie benötigen unablässige Pflege durch qualifizierte Personen. Entsprechende Unterrichtsmethodik muss die Ausbildung von Historikern,. Architekten und Archäologen sichern.
Im Jahre 1910 maß man, am 11. Tag für Denkmalpflege in der Stadt Danzig erstmals endlich historischen Gärten und Baudenkmalen dieselbe Bedeutung bei, unabhängig von Eigentümer, Größe und Stilrichtung.